Neuseeland

Elternzeit mal anders: Eine Weltreise mit Baby – unsere Reiseplanung

3. September 2018

In drei Wochen geht es endlich los – wir werden für fünf Monate in unserer Elternzeit auf Weltreise gehen. Den Großteil der Zeit verbringen wir in Neuseeland, aber es gibt noch ein paar weitere interessante Zwischenstopps.

Den Gedanken, in der Elternzeit für längere Zeit nach Neuseeland zu gehen, hatten wir eigentlich schon bevor ich überhaupt schwanger war. Schon bei unserer letzten Neuseelandreise 2016 haben wir die vielen Eltern mit Baby bewundert und uns gedacht, „das machen wir auch mal, wenn wir Kinder haben“.

Kaum war die Kleine geboren, haben wir mit der Planung unserer Elternzeitreise begonnen. Im neuseeländischen Sommer sollte sie natürlich sein – da passt es gut, dass unsere Tochter im Dezember geboren ist. So haben wir die für uns bestmögliche Elterngeldverteilung ausgetüftelt, verschiedene Berechnungen zum benötigten Budget in Abhängigkeit zur Reisedauer aufgestellt und schließlich ein Round-the-World Ticket gebucht, das uns nun fünf Monate unterwegs sein lässt.

Ich freue mich sehr darauf, dass wir diese Zeit zusammen als Familie verbringen können und ich mich dort nicht den Großteil des Tages alleine um unsere Tochter kümmern muss. Nach fast 9 Monaten fällt einem schon ab und zu die Decke auf den Kopf, wenn man immer wieder die selben Spazierwege abläuft um das Baby zum Schlafen zu bekommen und der Supermarktbesuch mal wieder das einzige Tageshighlight ist (mal überspitzt gesagt). Für die Kleine wird es toll sein, dass sie so viel Zeit mit ihrem Papa verbringen kann und auch für meinen Mann freue ich mich, dass er in der Zeit ein noch engeres Verhältnis zu seiner Tochter aufbauen kann.
 

Unsere Route – die verschiedenen Stopps

Stopp 1
Wir fliegen von Frankfurt nach Los Angeles, wo wir einen Zwischenstopp von vier Tagen einlegen. Dort wollen wir uns von der ersten Reiseetappe erholen, übers Santa Monica Pier schlendern, Strawberry Lemonade schlürfen und ein bisschen im Outlet shoppen.

Stopp 2
Von L.A. geht es weiter auf die Cook Islands nach Rarotonga, mitten im Südpazifik. Hier werden wir 10 Tage in der Sonne liegen (bzw. im Schatten mit Baby) und die türkisblaue Lagune genießen, bevor wir dann weiter nach Auckland, Neuseeland fliegen.

In Neuseeland haben wir uns dazu entschieden, nicht die ganze Zeit zu reisen, sondern immer zwei bis vier Wochen an einem festen Ort zu bleiben und von dort Ausflüge in die Umgebung zu machen.

Stopp 3
Unsere erste Station ist die Whangaparaoa Halbinsel nördlich von Auckland. In diesen drei Wochen möchten wir uns ein Auto kaufen und die Region Auckland genauer erkunden. Außerdem möchte ich Warkworth und Umgebung ein paar Besuche abstatten. Dort habe ich zwei Monate gewohnt als ich 2004 das erste Mal in Neuseeland war.

Stopp 4
Wir fahren weiter in die Bay of Islands, wo wir vier Wochen verbringen werden. Dort oben gibt es einiges zu unternehmen und anzuschauen: Kauriwälder, den 90 Mile Beach, das Cape Reinga und die Bay of Islands selbst natürlich.

Stopp 5
Als nächstes folgt ein kleiner Abstecher über die Coromandel Halbinsel, bevor wir unser nächstes längeres Ziel – Rotorua – ansteuern. Drei Wochen lang wird uns der Schwefelduft, der über der Stadt hängt, in der Nase liegen. Auf diesen Stopp freue ich mich ganz besonders, denn es gibt in Rotorua so viel zu sehen und zu machen. Obwohl ich bei jedem Neuseelandbesuch für einige Tage dort war, fallen mir immer noch unglaublich viele Dinge ein, die ich in Rotorua und Umgebung unternehmen möchte.

Stopp 6
Kurz vor Weihnachten brechen wir in Rotorua unsere Zelte wieder ab um nach Napier weiterzureisen. Dort werden wir Weihnachten und Silvester verbringen und hoffen, dass es nicht so voll wird, denn ab hier haben auch die Kiwis Sommerferien. Außerdem möchte ich unbedingt einmal mit dem Traktor nach Cape Kidnappers fahren …

Stopp 7
Langsam machen wir uns über Wellington auf den Weg auf die Südinsel. Einige Tage verbringen wir in den Marlborough Sounds, dann lassen wir uns für knapp drei Wochen in der Nähe des Abel Tasman Nationalparks nieder.

Stopp 8
Im Februar werden wir zwei Wochen über die Südinsel reisen. Die Route steht noch nicht genau fest. Wahrscheinlich wird sie Kaikoura, Hanmer Springs, Lake Tekapo und Oamaru beinhalten. Unser letztes längeres Ziel ist die Banks Peninsula bei Christchurch. Dort wollen wir die Einsamkeit auf einer Alpacca Farm genießen und unser Auto wieder verkaufen.

Stopp 9
Mit einem viertägigen Zwischenstopp in Singapur treten wir nach fünf Monaten die Heimreise an.
 

Die Unterkünfte

Nachdem wir beim letzten Mal Neuseeland mit dem Wohnmobil erkundet haben, werden wir uns dieses Mal Ferienwohnungen mieten und immer längere Zeit an einem Ort verbringen. Das erschien uns mit Baby sinnvoller. Mit der Kleinen können wir es uns nicht vorstellen, so lange in einem Wohnmobil zu leben. Ganz davon abgesehen, wäre auch die Miete dafür viel zu teuer.

Bei AirBnB haben wir viele tolle, gemütliche Wohnungen zu einem ziemlich günstigen Preis (50-70 Euro pro Nacht) gefunden. Der Vorteil ist, dass es bei den meisten Wohnungen Wochen- und Monatsrabatte gibt und man so für längere Zeit relativ günstig mieten kann. Meistens wohnen die Vermieter im gleichen Haus. Sie haben dann ein kleines Apartment, das sie an Reisende vermieten. Die Kiwis sind da einfach total gastfreundlich.
 

Das Auto

Wir werden ein ziemlich großes Auto brauchen mit unseren drei Koffern, Handgepäck, Babybett, Hochstuhl, Kinderwagen … Da es uns zu teuer ist, für knappe fünf Monate ein Auto zu mieten (ca. 9.000 Euro), wollen wir in Neuseeland ein Auto kaufen und es am Ende der Reise wieder verkaufen.

In Neuseeland ist der Autokauf vergleichsweise unkompliziert. Man benötigt keinen festen Wohnsitz, keinen neuseeländischen Führerschein und die Registrierung samt Nummernschildern wird einfach mit weiterverkauft. Eine Haftpflichtversicherung kann problemlos online abgeschlossen werden. Einzig der WOF (Warrant of Fitness = neuseeländischer TÜV) muss alle sechs Monate erneuert werden.

Selbst wenn wir das Auto zu einem relativ schlechten Preis wieder verkaufen können, haben wir lange nicht so viel Geld ausgegeben, wie wir bei einer Langzeitmiete bezahlt hätten. Dafür müssen wir aber das Risiko in Kauf nehmen, dass das Auto eventuell kaputt geht.
 

Der Flug bzw. die Flüge

Kurz vorweg, es ist gar nicht so einfach mit einem Baby bzw. Kleinkind unter 2 Jahren zu fliegen! Bei der Anfrage nach Flügen im Reisebüro sind wir ganz schnell über die Frage gestolpert, wie wir unser Baby am besten im Flugzeug transportieren. Mein Gedanke war eigentlich, dass sie auf dem Hinflug ein Baby Bassinet bekommen soll und auf dem Rückflug dann einen eigenen Sitzplatz. Es stellte sich aber gleich heraus, dass das nicht möglich ist. Entweder Buchung als Baby mit Bassinet, dann gibt es keinen Sitzplatz oder Buchung als Kind, dann gibt es einen Sitzplatz aber kein Bassinet. Eine Mischung dieser Varianten ist nicht möglich bzw. viel zu teuer, da man dann One-Way-Tickets buchen muss.

Baby Bassinet
Um ein Baby Bassinet zu bekommen, muss das Kind für den kompletten Flug als Baby gebucht und für die Eltern (kostenpflichtig) Plätze in der Bulkhead Reihe reserviert werden. Dann steht für das Baby kein eigener Sitzplatz zur Verfügung, dafür kann ein Bassinet dazu gebucht werden. Diese Variante ist relativ kostengünstig. Man bezahlt nur 10-20% des Erwachsenenpreises. Folgende Probleme müssen allerdings bei den Bassinets berücksichtigt werden:

  • jede Airline bietet die Bassinets in unterschiedlichen Größen an. Unsere Tochter z.B. würde auf dem Hinflug noch in das Bassinet von Lufthansa reinpassen, für das Bassinet der Air New Zealand wäre sie aber bereits zu groß bzw. zu schwer.
  • Bei Start und Landung sowie Tubulenzen während des Flugs muss das Baby aus dem Bassinet genommen und auf dem Schoß der Eltern angeschnallt werden, auch wenn es gerade schläft.

Eigener Sitzplatz mit Babyschale
Die Alternative ist, das Baby als Kind zu buchen. Dann bekommt es einen eigenen Sitzplatz, bezahlt ca. 80% des Erwachsenenpreises, aber kann dann leider kein Baby Bassinet bekommen.
Aber auch hier gibt es einige Probleme:

  • Es ist nicht erlaubt, Kinder unter 2 Jahren auf dem Flugzeugsitz zu transportieren. Entweder muss eine Babyschale fürs Auto auf den Sitz gestellt und das Kind darin angeschnallt werden, oder es muss ein zusätzlicher Sicherheitsgurt (CARES-Gurt) verwendet werden.
  • Diesen CARES-Gurt wiederum haben nicht alle Fluggesellschaften zugelassen. Lufthansa z.B. verbietet diesen auf ihren Flügen.
  • Die Babyschale muss eine Flugzeugzulassung haben und darf nicht breiter als 43cm sein. Fakt ist allerdings: alle Babyschalen auf dem Markt sind 44cm breit.

Fazit
Wir haben uns schließlich dafür entscheiden, unsere Tochter als Kind mit eigenem Sitzplatz zu buchen – trotz der höheren Kosten. Wir können es uns einfach nicht vorstellen, auf dem Rückflug ein 15 Monate altes Kind für 24 Stunden auf dem Schoß sitzen zu haben.

Wir werden unsere Babyschale mit ins Flugzeug nehmen und hoffen, dass wir sie auf dem Sitzplatz nutzen können – trotz der 44 statt 43 cm Breite. Außerdem wollen wir auf dem ersten Flug von Frankfurt nach Los Angeles mit Lufthansa versuchen, ob wir am Check-In doch noch ein Baby Bassinet ergattern können. Vielleicht sind ja nicht alle Bassinets ausgebucht und wir können solch einen Sitzplatz auch ohne vorherige Buchung bekommen. Für den Rückflug besorgen wir uns vorsichtshalber zusätzlich einen CARES-Gurt, falls die Babyschale bis dahin zu klein geworden ist.

Vor dem langen Flug mit Baby habe ich den allermeisten Respekt bei dieser Reise. Alle anderen Dinge sehe ich relativ entspannt. Ich werde also bald berichten, wie es uns auf dem Flug ergangen ist.

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