Französisch-Polynesien

Frankreich im Südpazifik auf Tahiti, Französisch-Polynesien

26. Oktober 2023

Tahiti, Französisch-Polynesien – wir sind angekommen an unserem ersten großen Ziel dieser Reise. Es hat 28 Grad, sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Am Flughafen werden wir von einer kleinen Band mit polynesischer Musik empfangen. Urlaubsfeeling pur.

Den ersten Überraschungsmoment habe ich aber, als wir unsere ersten Lebensmittelkäufe tätigen wollen. Im Carrefour traue ich meinen Augen kaum. So einen riesigen Supermarkt habe ich überhaupt noch selten gesehen, und das dann hier auf dieser kleinen Insel mitten in den Weiten des Südpazifiks. Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich war ja schon mehrmals auf den Cook Islands und dort gleicht selbst der größte Supermarkt der Hauptinsel Rarotonga einem Tante-Emma-Laden.

In diesem Carrefour ist die Auswahl an Produkten noch vielfältiger als bei uns zuhause. Es gibt einfach alles, was es in Frankreich zu kaufen gibt, dazu eine Auswahl an Produkten, die man nur in Australien/Neuseeland findet, eine Auswahl von Artikeln aus den USA und natürlich auch noch viele Produkte aus Polynesien. Dann habe ich noch Waffeln gesehen, die man bei uns eigentlich nur in Griechenland in den Supermärkten findet. Eine riesige Fischtheke mit frischem Fisch, die man eigentlich nicht mehr Theke nennen kann, gibt es auch. Und alleine das Weinsortiment lässt einen nur so staunen. Im Vergleich dazu ist jeder Supermarkt in Neuseeland einfach nur enttäuschend in der Produktauswahl.

Und auch sonst fehlt es hier an nichts. Bäckereien, die die leckersten Baguettes und Pains de Chocolat backen, Mc Donalds, Tropische Früchte im Überfluss an Straßenständen … Wirklich beeindruckend. Das hätte ich in diesem entlegenen Winkel der Welt nicht erwartet.
 

Eine Rundfahrt um die Insel

Eine wahre Schönheit ist die Hauptinsel Tahiti leider nicht. In der hektischen Hauptstadt Papeete gibt es eine tolle Markthalle, Le Marché de Papeete, in der man alle möglichen Produkte der Insel, wie Monoii de Coco (Kokosöl), Blumen, Kleider, Haarspangen und Schmuck sowie Perlen und lokal angebaute Vanille kaufen kann. Ansonsten gibt es nicht allzu viel zu sehen.

An der Ostküste kommen wir an drei ganz schönen Stränden mit Lagune und Korallen vorbei. An der Westküste gibt es keine Lagune, hier rollen die Wellen des offenen Pazifiks an die schwarzen Sandstrände. Viele Surfer probieren hier ihr Glück auf den Wellen zu reiten.
Für das wahre Südseefeeling nehmen wir nach zwei Tagen die moderne Katamaranfähre auf die Schwesterinsel Moorea. Die Überfahrt dauert nur 45 Minuten und lohnt sich wirklich. Mehr davon in meinem nächsten Artikel.


 

Französisch-Polynesien vs. Cook Islands und haarsträubende Kuriositäten

Im Vergleich zu den Cook Islands ist Französisch-Polynesien noch etwas tropischer, das Klima ist noch wärmer, die Vegetation noch etwas üppiger. Der Lebensstandard erscheint mir in Französisch-Polynesien auch etwas höher zu sein. Die Häuser haben einen höheren Standard, die Leute sind schicker gekleidet und die Supermarkt-Erfahrung habe ich ja bereits erwähnt. Wie die Französisch-Polynesier von ihrer Art so einzuschätzen sind, ist mir allerdings nicht so ganz klar geworden. Auf der einen Seite scheinen sie freundlich zu sein und grüßen oder winken. Auf der anderen Seite erleben wir hier auch ein paar sehr kuriose Dinge, die mir sonst noch nirgends untergekommen sind.

Auf der zweispurigen Straße zum Flughafen fahre ich auf der linken Spur mit Tempo 40 (bei Geschwindigkeitslimit 30). Ja, ich hätte rechts fahren können, das ist wohl wahr, aber irgendwie war zu viel Verkehr um zu wechseln. Da kommt ein Polynesier hupend von hinten angerauscht, schimpft und gestikuliert wie wild und fährt uns dann mit voller Absicht in die rechte Seite unseres Mietwagens rein. Wir haben wirklich Glück, dass dabei nur ein paar wenige Kratzer an unserer vorderen Stoßstange dazu gekommen sind und dass diese auch vorher schon zerkratzt war. Sonst hätten wir erstmal viel Geld an die Mietwagenfirma bezahlen müssen.

Ein paarmal werde ich von anderen Autofahrern auch wütend angehupt und beschimpft, als ich in den mehrspurigen Kreisverkehren nicht so gut mit den Spurwechseln klarkomme und auf der äußeren Spur eine Ausfahrt zu weit fahre, statt die innere Spur zu nehmen.
Am Flughafen angekommen, frühstücken wir gemütlich vor der Sicherheitskontrolle, ca. 30 Minuten vor dem Start unseres Boardings. Plötzlich verlassen immer mehr Mitarbeiter die Sicherheits- und Passkontrolle, dann werden die Türen mit einem Schlag verrammelt und ehe wir uns versehen ist alles dicht. Völlig perplex erwische ich gerade noch den letzten weglaufenden Sicherheitsbeamten und sage ihm, dass wir eigentlich noch für unseren Flug nach Rarotonga da durch müssten. Er schaut mich ganz verdutzt an. Es wäre nicht viel los gewesen, da hätten sie sich entschlossen schon etwas früher zu schließen (der nächste internationale Flug geht erst 12 Stunden später). Unfassbar. Schließlich fängt er an zu telefonieren und in irgendeinem Airport-Office nachzufragen. Inzwischen stehen wir mit einer Französin und zwei Cook Islandern, die auch nach Rarotonga wollen, vor den verrammelten Toren.

Nach einigem Hin und Her öffnen sie schließlich für uns nochmal die Sicherheitskontrolle. Einen Zollbeamten für die Passkontrolle können sie auch noch auftreiben. Wir Sechs stehen währenddessen ungläubig da und können gar nicht glauben, was hier vor sich geht. Ganz knapp erreichen wir unseren Flug schließlich noch. Sowas ist mir auch noch nie passiert.
Als wir auf Rarotonga wieder aus dem Flieger steigen und übers Rollfeld laufen, trifft der Cook Islander von vorhin den Nagel auf den Kopf: „This place is more laid back than Tahiti“, erklärt er einem Amerikaner. Er hat Recht: Die Cooks sind irgendwie entspannter, netter, offener und herzlicher als Französisch-Polynesien.

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